Friedrichshainer Geschichtsverein Hans Kohlhase e. V.

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Friedrichshainer Denkmalstag 2009

Kaiser Wilhelms Märchenbrunnen?

Beginn     Sonnabend, 19. September 2009, 14.00 Uhr
Sonntag, 20. September 2009, 14.00 Uhr
 
Treffpunkt     Eingang Märchenbrunnen, Friedenstraße/Am Friedrichshain
Führung     Jutta Hoffmann/Annegret Sager

Ludwig Hoffmann sah auf seinen Italienreisen die imposanten barocken Wasserspiele der Fürstenpaläste des 16./17. Jahrhunderts in und um Rom. Kaiser Wilhelm II. hat durch seine exzentrischen Eingriffe in die Stadtgestaltung dazu beigetragen, dass Hoffmann 1913 ein Stück Italien im Volkspark Friedrichshain neu erfand. Im Gewande der "guten deutschen" Märchenwelt, die mit fremden Sagen konfrontiert wird, wurde eine Brunnenanlage geschaffen, die es in Berlin nicht noch einmal gibt. Aber hinter der Ästhetik dieses Denkmals lauert sein politischer Sinn.

Verkehrsanbindung     M 4 (Königstor), M 5, M 6, M 8 (Otto-Braun-Straße) Bus 200, Bus 240
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     ja

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Baudenkmale der Halbinsel Stralau

Beginn     Sonnabend, 19. September 2009, 10.00 Uhr
Sonntag, 20. September 2009, 10.00 Uhr
 
Treffpunkt     Stralau, Palmkernzeile, Am Speicher, an der Nixe
Führung     Dr. Kurt Laser

Um 1900 rauchten auf der Halbinsel Stralau die Schlote zahlreicher Industrieunternehmen. Der traditionelle alljährliche Stralauer Fischzug am 24. August wurde zwar aus nostalgischen und kommerziellen Gründen mühsam am Leben erhalten, an den übrigen Tagen des Jahres bestimmte jedoch die Arbeit diese Gegend. Aus dieser versunkenen Arbeitswelt der Palmkernölfabrik von Rengert, des Flaschenwerkes von Neuman, der Engelhardt-Brauerei und der Teppichfabrik M. Protzen haben sich nur wenige Bauten in das 21. Jahrhundert gerettet.

Verkehrsanbindung     S 41, 42, 8, 85, 9 (Ostkreuz), Bus 104, 347
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     ja (außen)

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Boxhagener Platz - vom Denkmal zum Mythos

Beginn     Sonnabend, 19. September 2009, 15.00 Uhr
Sonntag, 20. September 2009, 15.00 Uhr
 
Treffpunkt     Krossener Straße 24 Ecke Gärtnerstr. "Feuermelder"
Führung     Gernot Wagner

Der Boxhagener Platz war in seiner einhundertsechsjährigen Geschichte mit Markt, kleiner Parkanlage, Spielplatz, Eisbahn und Plansche stets eng mit den Bewohnern des Kietzes verbunden. Er stellt nicht nur ein Gartendenkmal eines Stadtplatzes dar, dessen Entstehung mit der Baumschule Späth (1903) und später mit Erwin Barth (1929) verbunden ist, sondern er ist Teil der Sozialgeschichte dieser Gegend. Als Denkmal, das vom Bezirksamt und Senat lieb- und sinnlos behandelt, aber mit viel Investitionsgeldern versehen wird, steht seine Geschichte im Spannungsfeld mit der neuen Wirklichkeit eines Stadtviertels, das nicht nur nach Orten der Selbstinszenierung, sondern auch nach Räumen der Besinnung sucht.

Verkehrsanbindung     M 10 (Grünberger Straße), M 13 (Wühlischstraße), Tram 21 (Wismarplatz), Bus 240 (Boxhagener Platz)
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     ja

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Eckertsche Häuser - die ältesten Bauten im Nordkietz

Beginn     Sonnabend, 19. September 2009, 10.00 Uhr
Sonntag, 20. September 2009, 10.00 Uhr
 
Treffpunkt     Rigaer Straße 71-73a, gegenüber Lidl-Kaufhalle
Führung     Matthias Pfeiffer

Der weitgehend im ursprünglichen Zustand erhaltene gründerzeitliche Fabrik- und Wohnkomplex aus der Zeit um 1875 in der Rigaer Straße 71-73a ist heute der einzige dieser Art in Friedrichshain. Die Tischlerei-Etagenfabrik von Robert Seelisch entstand um 1890. Die Eckertschen Häuser aus Schlackebeton stammen bereits aus dem Jahre 1876. Es sind die ältesten Häuser im Friedrichshainer Nordkietz. Im alten Comptoir wurde die älteste profane Wand- und Deckenmalerei Friedrichshains aus dem Jahr 1885 entdeckt. Dieses sozial-, industrie- und baugeschichtlich einmalige Objekt steht nicht unter Denkmalschutz und ist vom Abriss und Verfall bedroht. Am 24. Juni 2008 hat der Friedrichshainer Geschichtsverein beim Landesdenkmalamt einen Denkmalsantrag gestellt. Bis heute gibt es keine Antwort.

Verkehrsanbindung     S 41, 42, 8, 85 (Frankfurter Allee),
U 5 (Samariterstraße), Tram 21 (Samariterstraße)
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     nein

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Die Verbrechen von Osram und die Verbrechen der Treuhand

Beginn     Sonnabend, 19. September 2009, 13.00 Uhr
Sonntag, 20. September 2009, 13.00 Uhr
 
Treffpunkt     Warschauer Platz/Rudolfstraße
Führung     Dr. Heinz Düsterhöft

Der einst größte Industriebetrieb Friedrichshains, das NARVA-Kombinat, wurde Anfang der 1990er Jahre von der Treuhand und OSRAM zerschlagen. Damit ging an diesem Ort eine fast einhundertjährige Firmengeschichte zu Ende, die mit der Auergesellschaft 1906 begann und zur Entstehung des großen Industriekomplexes an der Warschauer Brücke mit dem ersten Berliner Wolkenkratzer führte. Wilhelm Walther, Theodor Kampffmeyer und Herman Dernburg schufen in den Jahren 1906 bis 1913 dieses Industrieensemble. 1918 war der Glühlampen-Betrieb einer der Ausgangspunkte der Revolution, 1933 faschisierte der Betrieb als einer der ersten in Friedrichshain und war stark in die faschistische Kriegsproduktion und die Zwangsarbeiterausbeutung einbezogen. In DDR-Zeiten mit moderner Technologie ausgestattet, wurden nach dem Mauerfall über 5.000 Arbeitsplätze von der Treuhand vernichtet. Damit entstanden schwerwiegende soziale und menschliche Folgen, ausgelöst durch das Profitstreben Einzelner. Dies ist jedoch nicht mit den faschistischen und Kriegsverbrechen des OSRAM-Konzerns gleichzusetzen.

Verkehrsanbindung     S 3, 5, 7, 75, 9 (Warschauer Straße),
U 1 (Warschauer Straße), M 10 (Warschauer Straße), Bus 347
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     ja (außen)

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Friedrichshainer Oberbaumbrücke

Beginn     Sonnabend, 19. September 2009, 12.00 Uhr
Sonntag, 20. September 2009, 12.00 Uhr
 
Treffpunkt     Oberbaumbrücke Ecke Stralauer Allee
Führung     Rudolf Reddig

Die jetzige Oberbaumbrücke ist die älteste erhaltene Friedrichshainer Brücke. In den Jahren 1892 bis 1896 von Otto Stahn an der Stelle eines Vorgängerbaus von 1724 errichtet, symbolisiert ihr historisierender Baustil die Verkehrs-, Bau- und Sozialgeschichte des Berlins der Jahrhundertwende um 1900. Frühzeitige Abrisspläne, ein alter, nicht mehr existenter Hochbahnhof, ein Grenzübergang und die zahlreichen historischen Architekturdetails ließen die Oberbaumbrücke nicht nur ästhetisch "reifen", sondern machen sie zu einem steinernen Zeugnis der Geschichte dieses Spreeraumes.

Verkehrsanbindung     S 3, 5, 7, 75, 9 (Warschauer Straße),
U 1 (Warschauer Straße), M 10 (Warschauer Straße), Bus 347
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     ja (außen)

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Stalinallee - erste sozialistische Straße Deutschlands

Beginn     Sonnabend, 19. September 2009, 15.00 Uhr
Sonntag, 20. September 2009, 15.00 Uhr
 
Treffpunkt     Strausberger Platz, Apotheke am Strausberger Platz 11
Führung     Rudolf Reddig

Für den Bau des längsten Denkmals Europas waren drei Voraussetzungen erforderlich. Erstens der Bombenangriff am 3. Februar 1945 und die Bodenkämpfe vom 23. April bis 2. Mai 1945, verursacht durch den verbrecherischen deutschen Endsiegglauben. Sie zerstörten die historische Magistrale Friedrichshains, die Große Frankfurter Straße. Zum anderen die Vorgaben einer politischen Machtdemonstration und schließlich der Wille und die Identifikation vieler Menschen, in Friedrichshain das sozialpolitische Vorbild eines grundsätzlichen gesellschaftlichen Neuanfangs in Deutschland zu schaffen. Im deutschen Westen wegen ihrer politisch bedingten Ästhetik lange Zeit umstritten, war die Stalinallee ein Prestigebau der frühen DDR mit allem Für und Wider. Sie schuf hinter einer Prunkarchitektur spektakulär günstigen Wohnraum hinsichtlich der Mieten, des Komforts und der Wohnlage. Aber sie zerschnitt auch schmerzhaft den Stadtraum Friedrichshains, teilte den Arbeiterbezirk in die sozialistische Fassade und dessen wirkliches Hinterland.

Verkehrsanbindung     U 5 (Strausberger Platz),
Bus 240, M 5, M 6, M 8 (Platz d. Vereinten Nationen)
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     ja (außen)

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Helenenhof und Knorrpromenade - bürgerliches Wohnen im Arbeiterquartier

Beginn     Sonnabend, 19. September 2009, 13.00 Uhr
Sonntag, 20. September 2009, 13.00 Uhr
 
Treffpunkt     Holteistraße/Helenenhof
Führung     Wanja Abramowski

Der im Jahr 1900 auf Initiative höchster preußischer Staatskreise gegründete Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin ließ in den Jahren 1904/1905 die Hausgruppe Boxhagen I und in den Jahren 1905/1906 die Hausgruppe Boxhagen II errichten. Die Privatstraße zwischen beiden Baublöcken gab dieser Beamtensiedlung mit fast 450 Wohnungen ihren Namen: Helenenhof. Seit 1980 steht der Wohnkomplex unter Denkmalschutz. Ebenso wie die 1912 erbaute bürgerliche Wohnstraße Knorrpromenade weichen seine Bauten in den Fassaden, den Grundrissen, der Ausstattung und dem Wohnumfeld von der sie umgebenden Mietshausarchitektur der Arbeitergegend erheblich ab. Aber auch die Menschen, die hier wohnten, lebten und arbeiteten, dachten und handelten anders, als die Bewohner der Mietskasernen.

Verkehrsanbindung     S 3, 5, 7, 8, 9, 41, 42, 75, 85 (Ostkreuz),
M 13 (Holteistraße), Bus 240 (Wühlischplatz)
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     nein

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