Friedrichshainer Geschichtsverein Hans Kohlhase e. V.

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Friedrichshainer Denkmalstag 2011

Der Friedrichshainer Geschichtsverein veranstaltet

am Sonnabend, dem 17. September 2011, und
am Sonntag, dem 18. September 2011

den Friedrichshainer Denkmalstag 2011. Mit Stadtführungen und Besichtigungen soll an die sozialhistorischen Wurzeln dieses Stadtteils der einfachen Leute erinnert werden. Es werden offizielle Denkmäler, historisch erhaltenswerte Bauten, in den letzten Jahren abgerissene oder von der Vernichtung bedrohte Denkmäler Friedrichshains vorgestellt.

Der Friedrichshainer Denkmalstag findet nach 2009 und 2010 in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Er ist ein unabhängiges Forum, unabhängig von staatlichem Dirigismus und kommerziellen oder Werbeinteressen von Investoren, Religionsgemeinschaften, Parteien und Profitunternehmen.

Die Veranstaltungen des Friedrichshainer Denkmalstages 2011 sind kostenfrei.

Ansprechpartner:     Wanja Abramowski
0171-2168606, 030-420 87 381, montags 10-12 Uhr und 19-21 Uhr
Fax: 030-420 87 381
E-Mail: Hans.Kohlhase@gmx.de

Folgende Veranstaltungen sind vorgesehen:

Kaiser Wilhelms Märchenbrunnen?
Boxhagener Platz - vom Denkmal zum Mythos
Eckertsche Häuser - die ältesten Bauten im Nordkietz
Friedhof der Märzgefallenen - Eigentum der Parteien oder Revolutionsfriedhof?
Die Friedrichshainer Oberbaumbrücke
Die Geschichte der Stalinallee
Zur Stralauer Industriegeschichte
Das Friedrichshainer Freidenkerhaus
Helenenhof und Knorrpromenade - bürgerliches Wohnen im Arbeiterquartier
Brauerei Löwenböhmisch - Denkmal im Untergrund


 

Kaiser Wilhelms Märchenbrunnen?

Beginn     Sonnabend, 17. September 2011, 14.00 Uhr
Sonntag, 18. September 2011, 14.00 Uhr
 
Treffpunkt     Eingang Märchenbrunnen, Friedenstraße/Am Friedrichshain
Führung     Jutta Hoffmann/Annegret Sager

Ludwig Hoffmann sah auf seinen Italienreisen die imposanten barocken Wasserspiele der Fürstenpaläste des 16./17. Jahrhunderts in und um Rom. Kaiser Wilhelm II. hat durch seine exzentrischen Eingriffe in die Stadtgestaltung dazu beigetragen, dass Hoffmann 1913 ein Stück Italien im Volkspark Friedrichshain neu erfand. Im Gewande der "guten deutschen" Märchenwelt, die mit fremden Sagen konfrontiert wird, wurde eine Brunnenanlage geschaffen, die es in Berlin nicht noch einmal gibt. Aber hinter der Ästhetik dieses Denkmals lauert sein politischer Sinn.

Verkehrsanbindung     M 4 (Königstor), M 5, M 6, M 8 (Otto-Braun-Straße) Bus 200
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     ja

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Boxhagener Platz - vom Denkmal zum Mythos

Beginn     Sonnabend, 17. September 2011, 15.00 Uhr
Sonntag, 18. September 2011, 15.00 Uhr
 
Treffpunkt     Krossener Straße 24 Ecke Gärtnerstr. "Feuermelder"
Führung     Wanja Abramowski

Der Boxhagener Platz war in seiner einhundertsiebenjährigen Geschichte mit Markt, kleiner Parkanlage, Spielplatz, Eisbahn und Plansche stets eng mit den Bewohnern des Kietzes verbunden. Er stellt nicht nur ein Gartendenkmal eines Stadtplatzes dar, dessen Entstehung mit der Baumschule Späth (1903) und später mit Erwin Barth (1929) verbunden ist, sondern er ist Teil der Sozialgeschichte dieser Gegend. Als Denkmal, das vom Bezirksamt und Senat lieb- und sinnlos behandelt, aber mit viel Investitionsgeldern versehen wird, steht seine Geschichte im Spannungsfeld mit der neuen Wirklichkeit eines Stadtviertels, das nicht nur nach Orten der Selbstinszenierung, sondern auch nach Räumen der Besinnung sucht.

Verkehrsanbindung     M 10 (Grünberger Straße), M 13 (Wühlischstraße), Tram 21 (Wismarplatz), Bus 240 (Boxhagener Platz)
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     ja

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Eckertsche Häuser - die ältesten Bauten im Nordkietz

Beginn     Sonnabend, 17. September 2011, 10.00 Uhr
Sonntag, 18. September 2011, 10.00 Uhr
 
Treffpunkt     Rigaer Straße 71-73a, gegenüber Lidl-Kaufhalle
Führung     Matthias Pfeiffer, Benjamin Ruda

Der weitgehend im ursprünglichen Zustand erhaltene gründerzeitliche Fabrik- und Wohnkomplex aus der Zeit um 1875 in der Rigaer Straße 71-73a ist heute der einzige dieser Art in Friedrichshain. Die Tischlerei-Etagenfabrik von Robert Seelisch entstand um 1890. Die Eckertschen Häuser aus Schlackebeton stammen bereits aus dem Jahre 1876. Es sind die ältesten Häuser im Friedrichshainer Nordkietz. Im alten Comptoir wurde die älteste profane Wand- und Deckenmalerei Friedrichshains aus dem Jahr 1885 entdeckt. Dieses sozial-, industrie- und baugeschichtlich einmalige Objekt steht nicht unter Denkmalschutz und ist vom Abriss und Verfall bedroht. Am 24. Juni 2008 hat der Friedrichshainer Geschichtsverein beim Landesdenkmalamt einen Denkmalsantrag gestellt. Bis heute gibt es keine Antwort.

Verkehrsanbindung     S 41, 42, 8, 85 (Frankfurter Allee),
U 5 (Samariterstraße), Tram 21 (Samariterstraße)
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     nein

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Friedhof der Märzgefallenen - Eigentum der Parteien oder Revolutionsfriedhof?

Beginn     Sonnabend, 17. September 2011, 13.00 Uhr
Sonntag, 18. September 2011, 13.00 Uhr
 
Treffpunkt     Eingang Friedhof der Märzgefallenen, Landsberger Allee
Führung     Gregor Nick

Der Friedhof der Märzgefallenen ist der einzige deutsche Revolutionsfriedhof. Auf ihm sind die Toten zweier Revolutionen begraben. Mehr als 300 Berliner starben bei den Barrikadenkämpfen am 18. März 1848 für eine deutsche Republik mit sozialen und demokratischen Freiheiten. Ein "roter" Matrose am Eingang des Friedhofs erinnert an die Opfer der Novemberrevolution 1918, die hier ebenfalls ihre letzte Ruhe fanden. Als jedoch Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf dem Friedhof begraben werden sollten, wurde dies untersagt. Seitdem spaltete sich das Gedenken an die Toten. Vertreter der Parteien um SPD und Grüne wollen sich nun endgültig des Friedhofs und seiner toten Revolutionäre bemächtigen und ihn zu einem touristischen Wallfahrtsort der deutschen Nation verklären.

Verkehrsanbindung     M 5, M 6, M 8 (Vivantes Klinikum im Friedrichshain)
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     ja

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Die Friedrichshainer Oberbaumbrücke

Beginn     Sonnabend, 17. September 2011, 13.00 Uhr
Sonntag, 18. September 2011, 13.00 Uhr
 
Treffpunkt     Oberbaumbrücke Ecke Stralauer Allee
Führung     Rudolf Reddig

Die jetzige Oberbaumbrücke ist die älteste erhaltene Friedrichshainer Brücke. In den Jahren 1892 bis 1896 von Otto Stahn an der Stelle eines Vorgängerbaus von 1724 errichtet, symbolisiert ihr historisierender Baustil die Verkehrs-, Bau- und Sozialgeschichte des Berlins der Jahrhundertwende um 1900. Frühzeitige Abrisspläne, ein alter, nicht mehr existenter Hochbahnhof, ein Grenzübergang und die zahlreichen historischen Architekturdetails ließen die Oberbaumbrücke nicht nur ästhetisch "reifen", sondern machen sie zu einem steinernen Zeugnis der Geschichte dieses Spreeraumes.

Verkehrsanbindung     S 3, 5, 7, 75, 9 (Warschauer Straße),
U 1 (Warschauer Straße), M 10 (Warschauer Straße), Bus 347
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     ja (außen)

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Die Geschichte der Stalinallee

Beginn     Sonnabend, 17. September 2011, 15.00 Uhr
Sonntag, 18. September 2011, 15.00 Uhr
 
Treffpunkt     Strausberger Platz, Apotheke am Strausberger Platz 11
Führung     Rudolf Reddig

Für den Bau des längsten Denkmals Europas waren drei Voraussetzungen erforderlich. Erstens der Bombenangriff am 3. Februar 1945 und die Bodenkämpfe vom 23. April bis 2. Mai 1945, verursacht durch den verbrecherischen deutschen Endsiegglauben. Sie zerstörten die historische Magistrale Friedrichshains, die Große Frankfurter Straße. Zum anderen die Vorgaben einer politischen Machtdemonstration und schließlich der Wille und die Identifikation vieler Menschen, in Friedrichshain das sozialpolitische Vorbild eines grundsätzlichen gesellschaftlichen Neuanfangs in Deutschland zu schaffen. Im deutschen Westen wegen ihrer politisch bedingten Ästhetik lange Zeit umstritten, war die Stalinallee ein Prestigebau der frühen DDR mit allem Für und Wider. Sie schuf hinter einer Prunkarchitektur spektakulär günstigen Wohnraum hinsichtlich der Mieten, des Komforts und der Wohnlage. Aber sie zerschnitt auch schmerzhaft den Stadtraum Friedrichshains, teilte den Arbeiterbezirk in die sozialistische Fassade und dessen wirkliches Hinterland.

Verkehrsanbindung     U 5 (Strausberger Platz),
Bus 142, M 5, M 6, M 8 (Platz d. Vereinten Nationen)
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     ja (außen)

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Zur Stralauer Industriegeschichte

Beginn     Sonnabend, 17. September 2011, 10.00 Uhr
Sonntag, 18. September 2011, 10.00 Uhr
 
Treffpunkt     Speichergebäude, Palmkernzeile
Führung     Kurt Laser

Um 1900 rauchten auf der Halbinsel Stralau die Schlote zahlreicher Industrieunternehmen. Der traditionelle alljährliche Stralauer Fischzug am 24. August wurde zwar aus nostalgischen und kommerziellen Gründen mühsam am Leben erhalten, an den übrigen Tagen des Jahres bestimmte jedoch die Arbeit diese Gegend. Aus dieser versunkenen Arbeitswelt der Palmkernölfabrik von Rengert, des Flaschenwerkes von Neuman, der Engelhardt-Brauerei und der Teppichfabrik M. Protzen haben sich nur wenige Bauten in das 21. Jahrhundert gerettet.

Verkehrsanbindung     S 41, 42, 8, 85, 9 (Ostkreuz), Bus 104, 347
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     ja (außen)

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Das Friedrichshainer Freidenkerhaus

Beginn     Sonnabend, 17. September 2011, 11.00 Uhr
Sonntag, 18. September 2011, 11.00 Uhr
 
Treffpunkt     Palisadenstraße Ecke Friedenstraße
Führung     Uwe Feilbach

Berlin ist die atheistischste Stadt in Deutschland. Jene Freiheit des Geistes musste jedoch gegen den Widerstand der christlichen Kirchen und ihre nach dem Fall der Monarchie fortbestehende Autorität in jahrzehntelangem Kampf erst errungen werden. Jugendweihe, Freidenkertum, Freikörperkultur, weltliche Schulen und Urnenbestattungen sind nicht nostalgische Produkte der DDR, wie dümmliche Propaganda heute vielfach behauptet, sondern umgekehrt, die DDR war auch ein Ergebnis der antireligiösen Bewegung für eine soziale, kulturelle und weltanschauliche Befreiung. In Friedrichshain hatte die Freidenkerbewegung, in der überwiegend Parteilose, Sozialdemokraten, Kommunisten und Anarchisten wirkten, Mitte der 1920er Jahre ein Haus erworben und dieses als deutschlandweite Zentrale eingerichtet. Mit den Sympathien und Groschen der Arbeiter wurde das „Freidenkerhaus“ bis 1933 zum Symbol einer geistigen Alternative zur Gottesherrschaft. Noch heute erinnern interessante architektonische Details an das Freidenkerhaus. Vom Landesdenkmalamt, das sich vor allem um die Kirchen kümmert, wird es völlig ignoriert.

Verkehrsanbindung     U 5 (Weberwiese),
M 5, M 6, M 8 (Platz d. Vereinten Nationen)
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     nein

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Helenenhof und Knorrpromenade - bürgerliches Wohnen im Arbeiterquartier

Beginn     Sonnabend, 17. September 2011, 17.00 Uhr
Sonntag, 18. September 2011, 17.00 Uhr
 
Treffpunkt     Holteistraße/Helenenhof
Führung     Jenny Meyer

Der im Jahr 1900 auf Initiative höchster preußischer Staatskreise gegründete Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin ließ in den Jahren 1904/1905 die Hausgruppe Boxhagen I und in den Jahren 1905/1906 die Hausgruppe Boxhagen II errichten. Die Privatstraße zwischen beiden Baublöcken gab dieser Beamtensiedlung mit fast 450 Wohnungen ihren Namen: Helenenhof. Seit 1980 steht der Wohnkomplex unter Denkmalschutz. Ebenso wie die 1912 erbaute bürgerliche Wohnstraße Knorrpromenade weichen seine Bauten in den Fassaden, den Grundrissen, der Ausstattung und dem Wohnumfeld von der sie umgebenden Mietshausarchitektur der Arbeitergegend erheblich ab. Aber auch die Menschen, die hier wohnten, lebten und arbeiteten, dachten und handelten anders, als die Bewohner der Mietskasernen.

Verkehrsanbindung     S 3, 5, 7, 8, 9, 41, 42, 75, 85 (Ostkreuz),
M 13 (Holteistraße), Bus 240 (Wühlischplatz)
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     nein

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Böhmisches Brauhaus - Denkmal im Untergrund

Beginn     Sonnabend, 17. September 2011, 15.00 Uhr
Sonntag, 18. September 2011, 15.00 Uhr
 
Treffpunkt     Friedenstraße / Pufendorfstraße
Führung     Matthias Pfeiffer

Weitgehend von der Öffentlichkeit unbeachtet verbirgt sich hinter der neuen Mälzerei in der Friedenstraße 91 eines der interessantesten, hinfälligsten und dunkelsten, weil unterirdischen, Friedrichshainer Denkmalobjekte. Die ersten Bauten dieses undurchsichtig-verfallenen Industriekomplexes gehen auf das Jahr 1868 zurück. Mit dem Böhmischen Brauhaus von Armand Knoblauch entstand im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts eine der modernsten und umsatzstärksten Berliner Brauereien. Damals wurden in den ansteigenden Hochflächen am nordöstlichen und südwestlichen Rand von Berlin tiefe Bierkeller angelegt. Anhand alter Pläne und Fotos können diese unbekannten Bauten sowie deren Lage in einer Außenführung sichtbar werden.

Verkehrsanbindung     Bus 240 (Platz der Vereinten Nationen),
M 5, M 6, M 8 (Vivantes Klinikum im Friedrichshain)
Für Rollstuhlfahrer geeignet     ja, aber eine große Treppe mit 68 Stufen
Kinderprogramm     nein
Sonst zugänglich?     nein (nur außen)

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